Kirchbootfahrt 2012 (Saarbrücken bis Konz)

O sole mio ...

 

So schön kann eine Weinfahrt im Kirchboot auf der Saar sein. Zwar war der Gondoliere nicht ganz so textsicher, denn auf „o sole mio“ sang er dann „Spaghetti Bolognese“. Aber dafür schipperte er uns stimmgewaltig aus den Schleusen heraus und um die Saarschleife herum.

Dabei hatte alles nicht ganz so schön begonnen. Zunächst mussten wir das Kirchboot in Saarbrücken – man achte auf die Zusammensetzung „Saar“ und „Brücken“ – abholen. Das Boot stand tatsächlich unter einer Brücke. An einer Seite hinten und vorne etwas unter die Brücke bauen, schon ist die Halle für das Kirchboot fertig. Übergabeprotokoll – nicht notwendig, das Boot wird im Winter überholt.

Voller Elan ging es durch Saarbrücken zum Anleger. Vom Wetter wollen wir nicht reden – es war nicht schön. Die Gegend von Saarbrücken bis Dillingen im ersten Teil auch nicht. Wegen des Regens sah jeder vor sich hin, nicht nach rechts, nicht nach links, denn in Fahrtrichtung links verlief parallel zur Saar die Autobahn. Man hörte nur das dauernde Rauschen der Autos. Wie das Wetter am ersten Vormittag war, mag man daran sehen, dass der Landdienst auf der Fahrt zum nächsten Treffpunkt seine Fahrweise witterungsbedingt anpassen musste, und das will schon etwas heißen.

 

Am Nachmittag klarte es auf. In Dillingen, unserem ersten Ziel, meinte der Hafenmeister, dass Ruderer die ganz Harten seien. Das Wetter hatte er in Dillingen an diesem Tag auch als schlecht empfunden, was in ihm kurzfristig Mitleid auslöste. Er fragte nach der Anzahl der Ruderer. Bei vier Ruderern hätte er uns mit einem Schnaps begrüßt. Bei 15 Ruderern war das Mitleid plötzlich weg.

 

Von Dillingen ging es am nächsten Morgen an Dreisbach – unserem Quartier - vorbei bis zur Schleuse nach Mettlach. Auf dem Teilstück unterhielt uns unser Gondoliere mit seinem Gesang. Die Strecke war nicht lang und so kam man schon frühzeitig ans Ziel. 



Unser Standquartier war das Bootshaus in Dreisbach. Am ersten Abend galt es, den Geburtstag von Stritti gebührend nachzufeiern. Gegessen wurde im angechlossenen Restaurant.

 

Von Mettlach aus ging es am nächsten Tag nach Konz, der Mündung der Saar, in die Mosel. Schon am Vortag hatte der Landdienst die Einkaufsmöglichkeiten von Mettlach genutzt, schließlich ist dort neben Villeroy & Boch auch Land’s End ansässig.

Von hier aus bis kurz vor Konz ist die Saar landschaftlich wirklich schön. Das Wetter war passend. Aus Bonn waren Ruderkameraden angereist und befuhren die gleiche Strecke. Als sie uns mit dem Kirchboot entdeckten, machten sie halt und filmten uns. In Saarburg trafen wir sie zum Mittag wieder. Es wurden E-Mail-Adressen ausgetauscht, denn an dem Film war Wolfgang fürs Archiv interessiert.
 

Auf die Suche nach einem ordentlichen Restaurant ging es schließlich in den Ratskeller. Die Wirtsleute waren nett, hatten nur frische Ware und waren sogar behilflich beim Transfer zu unseren Fahrzeugen im Yachthafen. Das erlebt man auch nicht alle Tage. Das ist dann der Vorteil einer größeren Gruppe, die Umsatz gemacht hat. An dieser Stelle sei Schmidti gedankt, der das Kirchboot in hervorragender Weise die ganze Zeit gesteuert hat.